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»PrintMe« Teil 1: Druckverfahren für Werbeartikel – Ein Überblick


07.11.2014 | Autor: Uwe Z. | Kategorie: Werbeartikel-Ratgeber | Keine Kommentare

Grafik CMYK MotivIn unserer Serie »PrintMe« wollen wir unseren Lesern und Kunden einen Einblick in die wichtigsten Druckverfahren in der Werbeartikelindustrie geben. Welche Druckverfahren gibt es und bei welchen Werbemitteln kommen sie zum Einsatz, welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Drucktechniken und was muss ich als Kunde dabei beachten. Wie kommt mein Logo bzw. meine Werbebotschaft auf den Werbeartikel, lautet also die Frage, die wir in unserer Serie mit informativen Beiträgen beantworten wollen. Starten werden wir heute mit einem allgemeinen Überblick, einer lockeren Einführung ins Thema. Wir wünschen gute Information und freuen uns über interessante Kommentare.

Welche Druckverfahren gibt es, wo werden sie eingesetzt?

Grafik DruckverfahrenUm optimale Ergebnisse bei der Anbringung der Werbemotive (auch Veredelung oder Individualisierung genannt) zu erzielen, kommen je nach spezifischen Produktanforderungen unterschiedliche Druckverfahren zum Einsatz. So wird beispielsweise ein Feuerzeug anders bedruckt als ein Kalender. Die am häufigsten verwendeten Druckverfahren können jedoch bei einer ganzen Reihe von Produkten eingesetzt werden werden.
Auf die einzelnen Verfahren werden wir in gesonderten Beiträgen näher eingehen, hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Verfahren:

Tab.1: Druckverfahren und Ihre Verwendung in der Werbeartikelindustrie

DruckartBeschreibungBeispiele für WerbeartikelVorteile/Nachteile
DigitaldruckDruckmotiv wird von einem Computer direkt an eine digitale Druckmaschine übertragen.Papier- und Karton-verpackungen mit geringeren Auflagen, Bonbonwickler, Tassen, Mousepads, Zettel-boxen, , Süßigkeitendosen (Cans), Textilien etc. V: schnell, flexibel, kostengünstig, kleine Auflagen, fotorealistische Motive
N: geringere Deckkraft, keine Sonderfarben
FlexodruckDruckmotiv wird direkt über elastische Druckplatten gedruckt.Folien-Verpackungen, Weihnachtsgebäck, Ostereier, Fruchtgummi-, Snacktütchen etc.V: schnell, flexibel, geringere Druckvorkosten
N: geringere Deckkraft
LasergravurDruckmotiv wird mit Hilfe eines Lasers in das Material graviert (CO2 für Nichtmetalle).Kugelschreiber, Füller Süßigkeitendosen aus Metall, Taschenmesser, Ledertuis, Rucksäcke etc.V: schnell, flexibel, preiswert, lange haltbar, edle Optik
N: nur auf bestimmten Materialien anwendbar
OffsetdruckDruckmotiv wird indirekt von der Druckplatte auf eine Druckwalze übertragen und gedruckt.Papier- und Kartonverpackungen mit höheren Auflagen, Kalender, Cards, Boxen und Displays für Süßigkeiten etc. V: hohe Auflagen, hohe Druckqualität, Sonderfarben (HKS, Pantone etc.)
N: für kleinere Auflagen nicht geeignet (Kosten)
PrägungDruckmotiv wird mit Hilfe eines Prägestempels ins Material gestanzt.Metalldosen, Kugelschreiber, Gebäck, Schokoladen, Chiphalter, Lederetius etc.V: Druck ist fühlbar, lange haltbar
N: für kleine Auflagen rel. teuer, keine Rastermotive
SiebdruckDruckmotiv wird direkt über ein feinmaschiges Sieb auf das Material gedruckt.Fast jede Art von Werbeartikel aus Papier, Kunststoff, Keramik, Metall, Holz, Glas, Textilien etc.V: hohe Auflagen, flexible Materialien, langlebiger Farbdruck, hohe Deckkraft, Sonderfarben (HKS, Pantone etc.)
N: höhere Druckvorkosten, grobe Rasterung
StickereiDruckmotiv wird mit Hilfe einer Stickmaschine auf das Material gestickt.Caps, Mützen, T-Shirts, Taschen, Rucksäcke etc. V: Stickerei ist fühlbar, lange Haltbarkeit und Waschbeständigkeit, edle Optik
N: Farbverläufe nur bedingt möglich, aufwändig bei großen Motiven
TampondruckDruckmotiv wird indirekt über einen hochelastischen Tampon auf das Material gedruckt.Unebene dreidimensionale Materialien, Schlüsselanhänger, Schreibgeräte, Feuerzeuge, Schüsseln, Frisbees, Kunststoffwerbeartikel etc.V: hohe Auflagen, gewölbte Materialen, langlebiger Farbdruck, hohe Druckauf-lösung, Sonderfarben (HKS, Pantone etc.)
N: höhere Druckvorkosten, begrenzte Druckgröße
TransferdruckIndirektes Siebruckverfahren über eine spezielle Transferfolie.Textilien (insbes. synthetische), Notfall-Bags, Sicherheitswesten, PorzellanV: sehr flexibel, hohe Auflagen, hohe Druckqualität, Waschbeständigkeit
N: höhere Druckvorkosten

Welches Verfahren für welchen Einsatzzweck?

Die Umverpackung eines Werbeartikels ist die „Visitenkarte“ des Produkts und damit auch die des damit werbenden Unternehmens. Daher kommt es darauf an, das für eine imagewirksame Verpackungsgestaltung optimale und zugleich wirtschaftlichste Druckverfahren zu wählen. Welches Druckverfahren sich für einen Artikel am besten eignet, hängt in hohem Maß von den Anforderungen an den Druck ab, wie insbesondere der Beschaffenheit des Materials, der Auflagenhöhe, der gewünschten Lieferzeit, die gegen die Kosten abzuwägen sind.
Das heißt auch, dass die Vor- bzw. Nachteile der einzelnen Verfahren immer in Relation zu diesen Faktoren zu sehen sind, oder anders gesagt, jede Drucktechnik hat ihren spezifischen Einsatzzweck, für den sie optimale Ergebnisse liefert. Daher müssen sich Kunden bezüglich der Wahl des verwendeten Druckverfahren keine weiteren Gedanken machen, sich aber sehr wohl bewusst sein, dass mit dem Druck  je nach Auftrag ein nicht unherblicher Anteil an Druckvorkosten bzw. Druckkosten zum Preis hinzukommen kann. Das Thema Druckkosten spielt auch in den Kundenanfragen an unserer Hotline immer wieder eine wichtige Rolle und wird daher in einem der nächsten Beiträge näher erläutert.

Spezialverfahren und Modifikationen

Darüberhinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Spezialverfahren oder Modifikationen von Druckarten, die für ganz bestimmte Einsatzzwecke noch bessere Ergebnisse liefern. So bietet etwa der Hersteller Kössinger AG ein keramisches Direktdruckverfahren (ein Siebdruck-verfahren) an, dass sich unter anderem durch sehr kurze Produktionszeiten und eine hohe Kosteneffizienz auszeichnet. Das Verfahren haben wir in einem Video-Spezial bereits näher vorgestellt. Auf einzelne dieser Verfahren werden wir bei passender Gelegenheit anhand von Werbeartikelbeispielen mit gesonderen Beiträgen eingehen.
In Teil 2 unserer Serie werden auf das für die Werbeartikelbranche unverzichtbare Tampondruckverfahren näher eingehen. Wir freuen uns darauf!

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